Projekt Schulgarten

Am Anfang war die Idee: „Wie wäre es, einen Schulgarten anzulegen?“ 

Das war im Frühjahr 2018. Aber: Wo überhaupt? Und wozu? Wir leben doch auf dem Land, wo die Kinder noch mit allem, was Landwirtschaft und Gärtnern betrifft, aufwachsen. Wo noch im Jahreskreislauf mit angepackt werden muss, von Groß und Klein.

Die Erfahrung zeigt: weit gefehlt! Die wenigsten unserer SuS haben Bezug zu einfachen gärtnerischen Tätigkeiten, zu Zusammenhängen von Boden, Bodenleben, Pflanzen und der dazu gehörenden Pflege. Nach Vorstellung der Planung stieß die Idee bei Schulleitung und im Kollegium auf offene Ohren. Nun sollte das „Projekt Schulgarten“ ein Bestandteil des Biologie-Unterrichts werden. Anschauliche und aktive Umsetzung der Lernprozesse, Natur,- und Umwelterziehung, die den Lehrplan um ein Stückchen Garten erweitern. Was lag also näher, als das Schulgelände auf eine geeignete Fläche in Augenschein zu nehmen.

Gemeinsame Überlegungen mit Hausmeister und Förderverein standen an und wir einigten uns auf das Gelände oberhalb des Heizkraftwerkes, angrenzend an die landwirtschaftliche Fläche oberhalb des Busparkplatzes. Schnell und unbürokratisch sagte der Förderverein seineHilfe zu. So konnte in kürzester Zeit aus dem Rasenbereich ein Stück aufgebrochene Erde werden. Dem Einsatz mit Maschinen und der „man-and-woman-power“ der Familie Erdmann sei Dank! Im Frühjahr, genau zur richtigen Zeit im Gartenjahr, lag der Acker zum Bestellen brach. Der neue „Lernort Natur“ war geschaffen. Einige Biologie-Unterrichtsstunden aller Klassen fanden ab da draußen statt.

Zuerst habe ich mit den SuS zusammen Überlegungen zur Einfriedung des Gartens angestellt. Schließlich wollten wir vermeiden, dass sich nachts die Wildschweine an unserem Gemüse gütlich tun. Also haben wir entschieden,auf einfache, ökologische und nicht zuletzt günstige Art und Weise dem Garten eine Umzäunung zu geben. So sind nach Westen ein Stopfzaun und nach Norden ein Flechtzaun entstanden. Das war ein ordentliches Stück Arbeit. Die SuS waren mit Eifer dabei und auf Initiative eines Schülers wurden wir von Familie Fuchte noch mit einigen Metern fertigen Lattenzauns versorgt. Törchen angebracht, Garten bezugsfertig.

Von da an wurde in unserem Garten gearbeitet: Steine von den Beeten gesammelt, Wege damit angelegt, Beete eingeteilt, geharkt, gepflanzt, gesät, gegossen und viel gefachsimpelt. Dem Ideenreichtum der SuS waren keine Grenzen gesetzt. Über manche Vorschläge konnte natürlich nur geschmunzelt werden: „Wir brauchen mehr Mais zum häckseln, Frau Kipp!“ Oder auch: „Ananas und Bananen wären Klasse!“,  „Elektrozaun“ oder auch „Selbstschussanlage“, um den Garten vor unliebsamen Gästen zu schützen! Nun, es wurden tatsächlich Porree, Kohlrabi, Erdbeeren, Kartoffeln, rote Bete, zwei Tomatenpflanzen und Kräuter gepflanzt. Außerdem entstand ein kleines Beet mit bienenfreundlichen Pflanzen. 

Insgesamt war der Ertrag noch etwas spärlich, aber sehr leckere Kartoffeln durften wir mit Butter und Salz nach der Ernte genießen. Außerdem ist der Schulgarten ein beliebter Aufenthaltsort in den Pausen geworden. Durch die kleinen Herausforderungen, wie z.B. Mofaspuren auf den Beeten nach den Sommerferien (dadurch waren die Reihen der Möhrensaat leider hin), abgebrochene Zaunpfähle, oder auch Flaschenscherben immer mal wieder, lassen wir uns die gute Laune über das Schulgarten – Projekt nicht verderben. Alle Mitwirkenden sind positiv bei der Sache und wir hoffen auf ein neues Gartenjahr 2019 mit motivierten Schülerinnen und Schülern. Die Energie ist vorhanden. Sie in dieser Form umzusetzen, macht einfach Freude. 

Vielen Dank an alle Befürworter und Unterstützer des Projektes!

 

Liesel Kipp

im November 2018


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