Geschichte der Wenholthausener Schule

Unsere Dorfschule in Wenholthausen hat eine lange und eindrucksvolle Geschichte: Der erste Lehrer hieß Johannes Friedrich Overhoff und war der Überlieferung nach fünfzig Jahre - von 1666 bis 1716 - im Amt. Er war gleichzeitig Küster und hatte noch kein eigenes Schulgebäude für die rund 25 zu unterrichtenden Kinder. Erst im Jahre 1737 wurde das erste Schulgebäude in Wenholthausen errichtet: Es stand in der Nähe der Kirche etwa dort, wo sich heute das Pfarrheim befindet, und es hatte einen Klassenraum in Größe von 3,5 mal 3,5 Metern. Zu dieser Zeit bestand noch keine Schulpflicht, und da damals alle Kinder voll in der Landwirtschaft mithelfen mussten, fand Schulunterricht zumeist nur im Winter statt. Die Lehre bestand zum überwiegenden Teil aus kirchlich geprägten Themen (Lesen von Bibel und Katechismus, Kirchengesang, religiöse Erziehung) sowie aus ein wenig Schreiben und Rechnen.

Erst unter preußischem Einfluss Mitte des 19. Jahrhunderts wurde eine ganzjährige Pflichtschule eingeführt, wodurch die Schülerzahl in Wenholthausen auf fast hundert Kinder anstieg und der Unterricht in dem kleinen Klassenraum schichtweise erteilt werden musste. 1834 wurde direkt neben dem ersten Schulgebäude ein neues Schul- und Küsterhaus mit einem großen Klassenraum errichtet, in dem alle Schüler in einer Klasse – jahrgangsübergreifend! – in den Fächern Religion, Lesen, Schreiben, Rechnen und Singen unterrichtet wurden.

Der seit 1855 in Wenholthausen tätige Lehrer und Küster Theodor Linhoff erlebte wechselvolle Jahre: Ab 1872 unterstand das Schulwesen zunehmend staatlicher Aufsicht, womit eine Erweiterung des Unterrichtsstoffs sowie eine verbesserte Ausbildung und Bezahlung der Lehrer einherging. 1881 wurde ein weiteres Schulgebäude gegenüber der Hauptstraße errichtet (heute Wohnhaus Hesse), und erstmals wurde eine zweite Lehrkraft – Maria Keine aus Obermarpe - eingestellt, so dass die Schule zweiklassig mit den ersten drei Jahrgängen in der Unterklasse und den anderen fünf Jahrgängen in der Oberklasse geführt werden konnte. Weiter steigende Schülerzahlen führten zur Errichtung eines dritten Schulgebäudes für die Mittelklasse im Jahre 1909 – die heute vom Verkehrsverein genutzte „Alte Schule“.

In den Jahren des ersten Weltkriegs von 1914 bis 1918 wurden die Wenholthausener Schulkinder wie vielerorts zur Linderung der Kriegsnöte herangezogen: Sie sammelten Altmaterialien und Waldfrüchte, deren Verkaufserlöse für Kriegswaisen gespendet wurden, sowie Laubheu zur Verfütterung an Militärpferde. Der Schulunterricht fand in diesen Jahren nur eingeschränkt bzw. gar nicht statt. Auch während des zweiten Weltkriegs mussten die Schulkinder ähnliche Hilfeleistungen erbringen, und ab 1943 erhöhte sich außerdem die Zahl der Schüler durch Evakuierte und Vertriebene auf über 200 Kinder. Gegen Ende des Krieges im Jahr 1945 blieb die Schule über Monate geschlossen. Der damalige Hauptlehrer Hermes kam bei einem Artilleriebeschuss in Wenholthausen ums Leben.

Schon zwischen 1934 und 1939 gab es Pläne zur baulichen Erweiterung der Schule, die aber aufgrund des zweiten Weltkriegs nie verwirklicht wurden. Während des Krieges dachte man über die Errichtung einer ganz neuen Schule an der Hünnecke nach. Doch erst im Jahr 1952 konnte wirklich mit dem Bau einer neuen Schule begonnen werden, und am 1. Februar 1955 wurde unser heutiges Schulgebäude seiner Bestimmung übergeben. Ab jetzt brauchten die Schüler zum Unterricht endlich nicht mehr auf drei Gebäude verteilt werden; das neue Gebäude bot Platz für alle.

Zum 1. August 1970 wurde die bisherige Wenholthausener Volksschule mit acht Schuljahrgängen in eine Grundschule für die erste bis zur vierten Klasse umgewandelt. In dieser Form besteht sie bis heute.

Folgende Lehrer waren – soweit bekannt - in der Wenholthausener Dorfschule tätig:

1666 – 1716 Johannes Friedrich Overhoff

1816 –    ?    Franz Anton Schrage

1855 – 1890 Theodor Linhoff

1882 – 1925 Maria Keine

1890 – 1911 Johannes Lumme

1905 – 1911 Karl Lahme

1911 – 1945 Heinrich Hermes

1911 – 1941 Theodor Pott

1925 – 1933 Hedwig Fantini

1933 – 1939 Maria Engelhard

1939 – 1942 Heinrich Eickelmann

1942 – 1952 Franziska Kraft

1943 – 1949 Friedrich Laureck

1943 – 1945 Maria Vonderhagen

1945 – 1966 Gerhard de Poel

1946 – 1950 Josef Dartmann

1949 – 1952 Marlies Aßmann

1949 – 1973 Wilhelm Strake

1950 – 1954 Bernhard Sauer

1952 – 1963 Magdalene Richter

1963 – 1966 Frl. Niggemeier

1966 – 1969 Günter Frink

1964 – 1966 Günther Bickert

1969 – 1978 August Wrede

1969 – 1987 Ingrid Kayser

1973 -          Aloys Altstädt

seit 1974 Martin Kies

seit 1979 Heribert Schulz

seit 1987 Maria Kipping

seit 2005 Marianne Schneider

seit 2009 Stefanie Kaup


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